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Geschichtlicher Rückblick auf den Bevölkerungswandel
Zustand und Merkmale der chinesischen Bevölkerung sind Ergebnisse des Bevölkerungswandels in der Geschichte.
Stärkere Einflüsse jedoch hatte die Bevölkerungsentwicklung in jüngerer Zeit. Wer der wahren Bedeutung der Bevölkerungsentwicklung in China und der Wechselwirkung zwischen dem Bevölkerungswachstum und der ökonomischen und sozialen Entwicklung auf den Grund gehen will, muss den Bevölkerungswandel in der chinesischen Geschichte erforschen.
Die Wissenschaft ging früher davon aus, dass die Menschheit vor rund 2,3 Millionen Jahren entstanden ist. Neue Entdeckungen widerlegen diese These. Danach begann die Geschichte der Menschheit vor ca. 4,5 Millionen Jahren. Auch neue Entdeckungen in China beweisen, dass die frühesten Affenmenschen bereits vor mindestens 4 Millionen Jahren existierten. In einer langen Zeit der Geschichte der Menschheit war die Bevölkerungsentwicklung von hoher Geburtenrate, hoher Sterblichkeit und niedrigem Wachstum gekennzeichnet. Manchmal stagnierte sie sogar. Nach Schätzungen gab es in der ersten Dynastie Chinas, der Xia-Dynastie (2070 v. Chr.-1600 v.Chr.), eine Bevölkerung von etwa 10 Millionen. Im 2. Jahrhundert nach Christus erreichte sie 59 Millionen, und danach erfuhr die Bevölkerungsentwicklung ein stetiges Auf und Ab. Im Allgemeinen gab es nach der Gründung einer neuen Dynastie jeweils anfangs eine Phase der Erholung, die Bevölkerung nahm stark zu. Später verloren die Bauern zunehmend ihr Ackerland, so dass sich die Widersprüche zwischen den Bauern und den Landbesitzern drastisch zuspitzten. Kriegswirren und Hungersnöte folgten, die Bevölkerung wurde dezimiert. In der letzten Dynastie Chinas, der Qing-Dynastie (1644-1911), wuchs die chinesische Bevölkerung stetig an. Während sie im 19. Jahr der Regierungsperiode Kangxi (1680) noch 100 Millionen Menschen zählte, waren im 20. Jahr der Regierungsperiode Daoguang (1840) 412,81 Millionen registriert. Die Blütezeit während der Regierungen der Kaiser Kangxi und Qianlong brachte einen nie dagewesenen Bevölkerungzuwachs von jährlich rund 1 % mit sich, während er im Weltdurchschnitt im gleichen Zeitraum knapp 0,48% betrug. Dieses schuf die Grundlage dafür, dass China zum bevölkerungsreichsten Land der Erde wurde.
Die Bevölkerungszunahme während der Qing-Dynastie ist auf zwei Aspekte zurückzuführen. Die Einführung einer Kopfsteuer hatte zum Ergebnis, dass regelmäßig weniger Einwohner angemeldet wurden als tatsächlich vorhanden, so dass die amtlich registrierte Bevölkerung viel geringer war als die tatsächliche, Als Kaiser Kangxi (Regierungsperiode 1662-1722) das Kopfsteuersystem wieder abschaffte, begann sich rasch das wahre Bild abzuzeichnen. Es wurde nun ein Steuersystem eingeführt, nach dem die Steuern nach Ackerflächen entrichtet wurden. Da auch für die Neugeborenen keine Steuer mehr zu zahlen war, gab es plötzlich wieder mehr Kinder.
Nach den Kriegswirren Ende der Ming-Dynastie (1368-1644) und Anfang der Qing -Dynastie erlebte China eine friedliche Epoche. Die Anbauflächen für Wasserreis wurden vergrößert, was den wachsenden Bedarf an Getreide befriedigte, In der Medizin gab es wesentliche Fortschritte, das Behandlungsniveau wurde erhöht. Das waren die wichtigen Voraussetzungen für eine Bevölkerungszunahme, Anders als die schnelle Bevölkerungszunahme in Europa und den USA als Folge der Industrialisierung und Urbanisierung geschah das enorme Bevölkerungswachstum in China in einer Zeit, als hier noch die Agrarwirtschaft vorherrschte.
Nach dem Opiumkrieg von 1840 verfiel China in eine halbkoloniale und halbfeudale Gesellschaft. Die Unterdrückungen aufgrund nationaler und Klassenzugehörigkeiten wurden immer gravierender, verschiedene Militärrnachthaber bekriegten einander, die Folge war ein Rückgang des Bevölkerungswachstums. Als die Volksrepublik im Jahr 1949 ausgerufen wurde, lag das jährliche Wachstum der Bevölkerung bei 0,25%. Da es sich jedoch um eine große Bevölkerung handelte, war die Zunahme dennoch beachtlich. China zählte damals 541,67 Millionen Menschen.
Nach der Gründung des Neuen China wurde die Wirtschaft wiederlebt. Auch die medizinische Fürsorge und der Gesundheitsschutz wurden verstärkt und verbessert. Das führte zu einem großen Rückgang der Sterblichkeit. Die Geburtenrate hielt sich lange Zeit auf einem relativ hohen Niveau, das Wachstum der Bevölkerung stieg.
Von 1953 bis 1957 stieg das jährliche Wachstum auf 2,4% an, die Zunahme der Bevölkerung betrug 58,57 Millionen. Zwischen 1958 und 1961 sank dann infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten die Geburtenrate auf 0,46%.
Auf die Verbesserung der Volkswirtschaft ab 1962 folgte eine erneute Zunahme der Geburten mit einem durchschnittlichen Jahreswachstum von 2,6%. Von 1962 bis 1973 wurden über 300 Millionen Kinder geboren, so dass die Bevölkerung von 658,59 Millionen auf 892,11 Millionen wuchs.
Obwohl die Bevölkerungsentwicklung in China starken Schwankungen unterworfen war, hat sie im Großen und Ganzen doch ein hohes Wachstum gezeitigt. Zwischen 1949 und 1973 betrug das durchschnittliche Jahreswachstum 2,1 %. Die Auswirkungen dieser Bevölkerungszunahme auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung wurden schließlich zu einer unerträglichen Last, die endlich dazu führte, dass die Regierung eine energische Kontrolle des Bevölkerungszuwachses in Form einer Familienplanung beschloss.
Am 10. Dezember 1972 leitete das Zentralkomitee der KPCh den "Bericht des Staatsrats über das Ernährungsproblem" weiter, in dem es hieß: "Unter der Stadt- und Landbevölkerung muss mit großer Kraft die Familienplanung bekannt gemacht und befürwortet werden." 1974 betont das Zentralkomitee der KPCh: "Die Einführung der Familienplanung ist eine tiefgreifende Revolution, die Altes zerstört und Neues aufbaut sowie Sitten und Gebräuche ändert." Seit 1975 wird die Familienplanung in den jährlichen Plan der Volkswirtschaft aufgenommen.
Nach der Einführung der Reform- und Öffnungspolitik sind verschiedene Ansichten über die Bevölkerungstheorie, die in den 50er Jahren ungerecht kritisiert wurden, wieder anerkannt worden, was die Entwicklung der Bevölkerungswissenschaft fördert.
Dank der Politik der verstärkten Familienplanung und einer energischen Kontrolle der Bevölkerungszunahme sank die Geburtenrate zwischen 1973 und 2000 von 27,93‰ auf 13,18‰, der Bevölkerungszuwachs verminderte sich von 2,1 % auf 0,77%.
China hat sich damit in die Staaten mit niedrigen Geburtenzahlen eingereiht. Geht man von der Geburtenrate der 70er Jahre aus, so wurden in China 400 Millionen Kinder weniger geboren als nach dieser Rate zu erwarten gewesen wäre. Dies ist nicht nur für die Entwicklung der Wirtschaft und Gesellschaft Chinas von großer Bedeutung, sondern auch für die Herabsenkung der internationalen Geburtenrate. Damit wurden der Tag der Geburt des Fünfmilliardsten Menschen um zwei Jahre und der Tag der Geburt des Sechsmilliardsten Menschen um drei Jahre hinausgeschoben.
























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