China Reisen » Reiseziele > Provinzen > Beijing > Daguanyuan
Daguanyuan - Garten der Großen Aussicht
Der Daguanyuan oder Garten der Großen Aussicht, liegt nördlich des Wallgrabens im Südwestteil von Peking und umfasst 13 Hektar, von denen gut 8000 Quadratmeter bebaut sind.
In der Nähe des Daguanyuan (chinesisch: 大观园) befinden sich viele historische Kulturstätten. Nordöstlich des Daguanyuan (chinesisch: 大观园) liegt der Fayuan-Tempel (chinesisch: 法源寺) aus der Tang-Zeit, nordwestlich der taoistische Tempel der Weißen Wolke Baiyunguan (chinesisch: 北京白云观) sowie die Pagode Tianningsita aus der Liao-Zeit, die Ruinen der Hauptstadt der Jin-Dynastie und der alte Lotosblütenteich Lianhuachi (chinesisch: 古莲花池), östlich befinden sich der Himmelstempel (Tiantan), der Tempel des Ackergottes (Altar des Ackerbaus) Xiannongtan (chinesisch: 先农坛) und der Taoranting-Park und südwestlich ist das Museum für Han-Gräber.
Der Garten der Großen Aussicht (chinesisch: 大观园) wurde entsprechend den in dem chinesischen Klassiker Der Traum der Roten Kammer geschilderten Schauplätzen der Handlung gestaltet.
Der Traum der Roten Kammer (chinesisch:红楼梦) ist ein berühmtes Werk aus der Schatzkammer der klassischen chinesischen Literatur. Es ist weltweit verbreitet, und in mehr als 20 Ländern und Gebieten wurden Organisationen für die wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem Werk gegründet.
- Eingangstor
- Zickzack-Wandelgang
- Brücke des Duftenden Pavillons
- Der Glückliche Rote Hof
- Xiaoxiang-Haus
- Halle der Herbstlichen Erfrischung
- Xiaocui-Haus
- Haus der Duftenden Wärme
- Liaofeng-Gartenhäuschen
- Wasserpavillon der Duftenden Lotoswurzeln
- Luxue-Hof
- Villa des Reisduftes
- Ciling-Inselchen
- Haus der Schmückenden Landschaft
- Garten des Roten Duftes
- Garten des Duftenden Grases
- Ehrenbogen des Familienbesuches
- Halle zur Erinnerung an die Güte und zum Denken an die Pflicht
- Gebäude der Großen Ansicht
- Hanfang-Laube
- Laube der Schmückenden Landschaft
- Villa des Hochragenden Grünen Hügels
- Jiaying-Halle
- Westtor
- Studierstube der Roten Kammer
- Longcui-Kloster
- Haus am Unteren Bach
- Brücke des Grünen Rauches
- Pavillon des Tropfenden Smaragdgrüns
- Verkaufsstand
- Weih- und Spirituosenlager der Roten Kammer
- Verkaufsstand
Der Autor Cao Xueqin erschuf für seinen Roman viele Gestalten mit unverwechselbaren Charaktereigenschaften, er schilderte überaus lebendig den Schauplatz der Handlung, nämlich den Daguanyuan. Mit dieser ausgezeichneten Schilderung setzte er den glänzenden Errungenschaften der klassischen chinesischen Gartenbaukunst ein unvergängliches literarisches Denkmal.
Im Jahre 1984, als das chinesische Fernsehfilmzentrum eine TV-Serie über den Traum der Roten Kammer vorbereitete, entschloß man sich, Nägel mit Köpfen zu machen und statt einfacher Kulissen den Daguanyuan wirklich nachzubauen. Entstanden ist somit nicht nur eine auch für andere Filmaufnahmen des klassischen Genres hochwillkommene Gartenlandschaft im traditionellen Stil, sondern auch eine neue Touristenattraktion.
Die Baupläne für den Daguanyuan (chinesisch: 大观园) wurden in vielen Besprechungen und Diskussionen von Architekten für antike Bauten, Gartenbaukünstlern und Historikern der Qing-Geschichte festgelegt. Man bemühte sich in allem - von der Landschaftsgestaltung über die Bepflanzung bis hin zu den kleinsten Dekorationen - um eine möglichst getreue Nachbildung der in dem Roman geschilderten Örtlichkeiten. Dabei kam vor allem der nordchinesische Gartenbaustil zum Tragen, doch wurden auch Stilelemente der klassischen südchinesischen Gärten aufgenommen.
Im Daguanyuan gibt es über 40 stilgetreu geschaffene Baulichkeiten, darunter der Zickzack-Wandelgang, die Brücke des Duftenden Pavillons, das Xiaoxiang-Haus, der Glückliche Rote Hof, die Villa des Reisduftes, der Wasserpavillon der Duftenden Lotoswurzeln, das Haus der Duftenden Wärme und der Pavillon des Tropfenden Smaragdgrüns.
Der Bau des Daguanyuan (chinesisch: 大观园) begann im Jahr 1984 und wurde 1986 beendet. Heute ist er eine vielbesuchte Attraktion Pekings.
Der Traum der roten Kammer
Der Traum der roten Kammer (chinesisch:红楼梦), auch genannt „Die Geschichte des Steins“ (chinesisch: 石头记), ist einer der berühmtesten klassischen Romane der chinesischen Literatur aus dem Kaiserreich China. Er gehört zu den vier klassischen Romanen Chinas.
Der Autor Cao Xueqin (chinesisch: 曹雪芹) (geboren zwischen 1715 und 1724, gestorben 1763 oder 1764) verarbeitete im Roman sein eigenes Leben, es ist sein einziges überliefertes Werk. Der vollständige Roman in der 'Fassung des Autors letzter Hand', ca. 1759 vollendet, kursierte aber nur in Manuskriptform, die letzten 40 der 120 Kapitel galten mehrere Jahrzehnte als verschollen. Erst 1792 erschien eine von Gao E (chinesisch: 高鹗) redigierte Fassung im Druck, wobei er behauptete, die Original-Kapitel wieder zusammengetragen und nur wenig selbst geglättet zu haben. Diese Behauptung ist bis heute unter Sinologen und sogenannten 'Rot-Forschern' umstritten.
Der Roman ist die mit über 350 Figuren filigran verästelte Geschichte vom Aufstieg und Verfall einer chinesischen Aristokratenfamilie, in deren Zentrum die Geschichte eines verwöhnten und weltentrückten Adelssohnes steht, der durch Depressionen hindurch ein nach außen hin sorgenfreies dekadentes Leben führt und letztendlich der Welt entsagt und Mönch wird.
Einige Sinologen vermuten, dass Gao E das Ende etwas angepasst habe, um der Zensur des Kaisers zu entgehen, damit sei ein Teil des sozialkritischen Hintergrundes verlorengegangen. In den überlieferten Original-Handschriften lassen sich aber bereits Eingriffe erkennen, weil schon Cao Xueqin tatsächlich existierende Personen schützen wollte.
Als „endgültige“ Ausgabe gilt die 1982 in Peking erschienene dreibändige, von Feng Qiyong herausgegebene Edition der 120 Kapitel.
Der berühmte Roman gilt als gelungenste Darstellung des Chinas der Qing-Dynastie (1644-1912). Die wichtigen chinesischen Philosophie-Strömungen des Daoismus, Konfuzianismus und Buddhismus lassen sich im Werk nachweisen.


























Mit unserer interaktiven 
