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Die Dong
Die Bevölkerungsstärke der Dong liegt bei knapp drei Millionen Menschen.
Die Dong-Nationalität (chinesisch: 侗族) lebt ursprünglich in der Provinz Guizhou (chinesisch: 貴州), der Provinz Hunan (chinesisch: 湖南) und dem Autonomen Gebiet Guangxi (chinesisch: 广西) der Zhuang.
Neben Reisanbau als Hauptwirtschaft wird auch Forstwirtschaft und Fischzucht in den Reisfeldern betrieben. Die Bevölkerungsstärke der Dong liegt bei etwa 2,96 Millionen Menschen. Die Dong-Nationalität wird auch oft als Heimat der Dichtung und Gesang gelobt. Bekannt sind die mehrstimmigen, begleitmusikfreien Lieder, ein wichtiger Teil der Dong-Kultur. Die Dong-Nationalität hat kein eigenes Schriftensystem mehr.
Mit Hilfe des Gesangs werden die alten Sitten und Bräuche aus Kultur, die Gepflogenheiten und Lebensweisheiten von Generation zu Generation überliefert. Bei der Dong-Nationalität werden Lieder als Träger von Wissen und Kultur angesehen. Wer viele Lieder kennt, wird als gebildet geschätzt.
Mehrstimmig, ohne Dirigenten und Begleitmusik, bestehen die Lieder aus einer hohen Stimme und mehreren niedrigeren Stimmen und muß von mindestens drei Sängern gesungen werden. Es werden Vogelgezwitscher, Insektläuten oder Geräusche aus der Natur nachgeahmt. Die Lieder handeln von der Schönheit der Natur, von Arbeit, Liebe, Freundschaft und Harmonie unter Menschen und zwischen Mensch und Natur. Im Jahre 1986 hat der Guizhou-Dong-Chor großes Aufsehen in Frankreich erregt. Bisher glaubte man von der chinesischen Musikgeschichte, dass es in China keine Polyphonie gebe. Abgesehen von den Proben, werden die traditionellen Lieder nur anläßlich großer Feierlichkeiten, Veranstaltungen und Begrüßungen von geehrten Gästen vorgeführt. Es verschiedene Stile, wie Geräuschlieder, sanfte Lieder, Ethiklieder und Erzählungslieder. Darunter sind die Geräuschlieder die Interessantesten. Viele der Geräuschlieder sind betitelt nach Namen von Insekten, Tieren, Vögeln oder Jahreszeiten, zum Beispiel "Zikadenlied" oder "Märzlied". In engem Zusammenhang mit deren Sitten, Eigenschaften, Psychologie und Lebensumwelt sind die Lieder authentische Aufzeichnungen und Abbildunger der Geschichte und Kultur der DongNationalität.
Neben der Gesangskunst sagt man Dong auch nach, geschickte Architekten zu sein. Sie stellen mit Holz und Stein vielfältige Formen von Trommeltürmen und Pavillonbrücken her.
Die Pavillonbrücke (Wind-Regen-Brücke) ist auch eine Eigenart der Dong-Nationalität und öfters vorzufinden in deren Siedlungsgebieten. Am bekanntesten ist die Chengyang-Brücke in dem Autonomen Kreis Sanjiang der Dong der Provinz Guangxi. Diese Brücke, offiziell Shuiji-Brücke genannt, ist im Verlauf von zwanzig Jahren gebaut worden. 76m lang, 10,6m hoch und 3,4m breit. Die Brücke hat fünf Stützpfeiler bzw. vier Bögen, jeder mit einer Spannweite von 14,2m. Die fünfstöckigen Pavillons auf den jeweiligen Stützpfeilern sind durch Korridore miteinander verbunden.
Auch in Sanjiang (chinesisch: 三江侗族自治县, Kurzform 三江) liegt eine andere, architektonisch wertvollere Pavillonbrücke - Patuan-Brücke, die im Jahre 1910, sechs Jahre vor der Chengyang-Brücke, gebaut wurde. 5Om lang, mit einem Stützpfeiler, zwei Bögen und drei Pavillons, ist diese Brücke in der Größe nur etwas kleiner als die Chengyang-Brücke aber von einzigartiger Funktionalität. Die Brücke hat zwei Etagen - jeweils für Menschen und Tiere. Mehrdimensional strukturiert, dienen die Pavillons, Korridore, Kammern und Zäune auf der Brücke sowohl zur Stärkung des gesamten Aufbaus, als auch verschiedenen Funktionen wie Übergang, Ausruhung, Schutz vor Sonnenschein und Überblick. Sie ist ein gutes Beispiel für mehrfunktionale Architektur der Dong-Nationalität.
Die Holzbauten bei Trommeltürmen sind nagelfrei errichtet. Es gibt Trommeltürme und Trommelpagoden. Die meisten stützen sich auf mehrere - vier oder acht - Säulen. Viereckig oder Sechseckig ist die erste Etage des Turms. Darüber sind eine unebene Anzahl von Dachetagen - drei, fünf, sieben, neun, sogar bis zu fünfzehn- angelegt, was dem Turm Pracht verleiht. Als Kennzeichen des Clans oder Dorfes und Platz für Versammlungen liegt der Trommelturm im Zentrum oder am Eingangstor des Dorfes.
Zur Besprechung wichtiger Angelegenheiten beruft der Älteste des Dorfes alle Bewohner zur Vollversammlung. Der Trommelturm ist auch Treffpunkt für gemeinschaftliche Freizeitaktivitäten. In der Freizeit setzen sich Dong gerne um das Feuerbecken im Trommelturm zusammen, unterhalten sich, erzählen Geschichten, spielen Instrumente Laute oder singen alte Lieder. Zu Festlichkeiten oder Besuch von Gästen versammeln sich alle Bewohner auf der Steinterrasse vor dem Turm, um Gäste zu empfangen, Dage zu singen, Mundorgel zu spielen oder einen Drachenoder Löwentanz vorzuführen.




























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