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Die Li
Neben Tätowierung ist die Tanzkunst auch ein Merkmal der Li.
In Südchina lebt die Li-Nationalität (chinesisch: 黎族) mit einer Bevölkerung von 1,24 Millionen hauptsächlich in der mittleren und südlichen Region der Provinz Hainan (chinesisch: 海南省). Seit mehr als 3000 Jahren leben sie auf dieser Insel. Noch heute kann man bei einigen älteren Li- Frauen die uralte Sitte der Körpertätowierung sehen. Auf deren Gesichtern, Brüsten, Händen und Beinen sind vollständige Motive tätowiert.
Nach der Li-Tradition ist Tätowierung ein Verfahren, welches das Erwachsenwerden eines Mädchens zu einer Frau vollzieht. Dabei wurde für die Li-Teenagerin ein Segenstag gewählt und eine erfahrene Seniorin zur Federführung eingeladen. Im Lauf des Verfahrens sind neben der Mutter des Mädchens auch eine oder zwei Frauen mittleren Alters behilflich. Zur Tätowierung werden einfache Werkzeuge benutzt: eine Nadel (Dorn) von der roten Ranke, eine kurze Stange zum Reibschleifen und eine Schüssel mit Tinte oder Indigofarbstoff.
Verschiedene Versionen der Überlieferung beschreiben die Herkunft der Tätowierung. Laut einer sehr gängigen Version haben die Li-Vorfahren bestimmt, dass eine im Leben nie tätowierte Li-Frau nach dem Tod nicht von den Vorfahren erkannt wird und somit ein heimatloser Geist wird.
Die Motive und Stellen der Tätowierungen unterscheiden sich an Gegenden und Geschlechtern. Ist bei manchen flächendeckend an Gesicht, dem Hals, dem Oberkörper, der Hand und Arm und der Taille tätowiert, so sind bei anderen nur an Gesicht, Hals, Handrücken und Unterschenkel simple Motive motiviert.
Die Li haben kein Schriftensystem. Auch deshalb sind Informationen über Geschichte und Kultur der Li in Tätowierungen enthalten. Es läßt sich folgern, daß die alten Tätowierungsmotive, oder Totems in dieser Beziehung, die Identität der Person und deren Angehörigkeit zu einem bestimmten Geschlecht oder Stamm kennzeichen.
Über 3.000 Jahre hinweg sind diese Identifikationskennzeichen bei den Li erhalten geblieben. Heutzutage schwindet allmählich diese Tradition unter Beeinflußung der Lebensart und Ästhetik der Moderne. Was noch davon übrig geblieben ist, ist wertvolles Kulturerbgut.
Neben Tätowierung ist die Tanzkunst auch ein Merkmal der Li. Bei Hochzeitsfeiern, Hausbauen, Festlichkeiten oder in der stillen Saison tanzen Li gerne in Riegen. Am Bekanntesten ist der "Tanz zur Beschwörung von Segen oder Seele", der in der Stadt Tongshi und der Region Maoyang der Provinz Hainan verbreitet ist. Am Ochsentag im März, Juli und Oktober des Mondkalenders wird dieser Tanz aufgeführt. Die Li-Vorfahren glaubten, dass die Welt aus gutartigen und bösartigen Dingen besteht. Der Ochsentag ist gutartig. Im März soll der Segentanz "Ochsenglück" herbeiführen, damit die Rinderherde gedeiht.
Durch den Segentanz im Juli wird der Reis zu guter Ernte "beseelt". Der Segentanz im Oktober gewährt allen in der Familie Glück.
Der Bambustanz ist auch eine sehr beliebte LiTradition. Zu großen Festlichkeiten und frischer Reisernte tanzen alle "Bambusstangen" Tage und Nächte lang. Während die "Bambusführer" auf dem Boden hocken und verschiedene Rhythmen schlagen, springen die Tänzer nach den Rhythmen über die hin- und herbewegten Bambusstangen. Ein schöne Atmosphäre. die auch viele fremde Reisende zur Teilnahme ermuntert.


























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