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Das Bevölkerungsproblem bei der Erschließung der westlichen Gebiete
Die Reform und Öffnung werden seit 20 Jahren erfolgreich in die Tat umgesetzt.
Auf dieser Grundlage hat die chinesische Regierung die groß angelegte Erschließung der westlichen Gebiete beschlossen. Dass ein Staat aus wirtschaftlichen, politischen und militärischen Gründen Regionen erschließt, hat es sowohl in China als auch im Ausland gegeben. In Altchina wurden Militäreinheiten zur Urbarmachung in die Grenzgebiete geschickt. Auch nach der Gründung der Volksrepublik wurde die Erschließung der westlichen Gebiete zweimal in Angriff genommen, nämlich während des ersten Fünfjahresplans (1953-1957) und im Zuge des Aufbaus der "3. Linie". Zur Durchführung dieses Fünfjahresplans wurde in den westlichen Gebieten Chinas eine Reihe wichtiger Projekte fertiggestellt. Der Aufbau der "3. Linie" begann 1964 und endete 1972. In dieser Zeit wurde in Bezug auf die regionale wirtschaftliche Entwicklung und industrielle Verteilung das ganze Land in die 1., 2. und 3. Linie eingeteilt, wobei der Schwerpunkt des wirtschaftlichen Aufbaus und der industriellen Verteilung auf die Region der "3. Linie" gelegt wurde, insbesondere auf Guizhou, den östlichen Teil von Sichuan und den südlichen Teil von Shaanxi und Hubei. Aus dem Aufbau der "3. Linie" wurde eine in der chinesischen Geschichte nie dagewesene Wanderung gen Westen des Industrieaufbaus.
Für regionale Erschließungen müssen aus der Außenwelt Kapital, Fachkräfte, Materialien und Informationen zugepumpt und dann örtliche Ressourcen eingesetzt werden. Dabei ist der Zustrom der Bevölkerung mit ihrem Wissen und ihrer Arbeitskraft weit wichtiger als die anderen Faktoren. Fast jede Erschließung mit dem Zustrom dieser Energie konnte erfolgreich durchgeführt werden. Die Besiedlung und Erschließung der westlichen Gebiete der USA ist ein Beispiel. Vernachlässigt man den Zustrom dieser "Energie" , bleibt der gewünschte Erfolg aus. Der Versuch der Erschließung der westlichen Gebiete Chinas während des ersten Fünfjahresplans und des Aufbaus der "3. Linie" bewies das deutlich.
Die wirtschaftliche Entwicklung der zentralen und westlichen Gebiete Chinas ist mit zahlreichen Schwierigkeiten konfrontiert. Es mangelt an Kapital, Technik, Materialien und Fachkräften, wobei in erster Linie der Mangel an Fachkräften zu beklagen ist. Die Akkumulation des Humankapitals hält mit dem Naturkapital und dem Produktionskapital nicht Schritt, und die Kapitalstruktur, die durch ein stärkeres Naturkapital auf der einen Seite und ein schwächeres Produktionskapital und Humankapital auf der anderen Seite gekennzeichnet ist, ist ein wesentliches Hindernis, das die schleppende Entwicklung verursacht und das bei der Durchführung der Erschließungsstrategie behoben werden muss.
Das Humankapital ist mit dem Zustand der Bevölkerung tief verbunden: Die Größe und die Qualität der Bevölkerung entscheiden über die Akkumulation des Humankapitals. Das Problem bei der Erschließung der westlichen Gebiete besteht darin, wie man die Bevölkerungsqualität erhöht, die Bevölkerungsstruktur vernünftig reguliert und die beiden Faktoren organisch miteinander verbindet.
1. Kontrolle des Bevölkerungsbestandes
Die westlichen Gebiete sind groß und dünn besiedelt. Die Strategie zur Erschließung der westlichen Gebiete zielt nicht auf ein Bevölkerungswachstum ab, sondern auf ihre Kontrolle und die Erhöhung der Qualität der Bevölkerung. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte pro Ouadratkilometer betrug im Jahr 2000 im Westen 52,4 Einwohner, 79,5 Menschen weniger als im Landesdurchschnitt.
Jedoch lebt in der Stadt Chongqing, den vier Provinzen Guizhou, Shaanxi, Sichuan und Yunnan und dem autonomen Gebiet Ningxia, die zusammen 25,6 % der westlichen Gebiete ausmachen, eine Bevölkerung, die der durchschnittlichen Bevölkerungsdichte des ganzen Landes entspricht oder sie sogar übertrifft. In den Provinzen Gansu und Qinghai sowie in den autonomen Gebieten Xinjiang und Tibet leben auf einem Quadratkilometer hingegen nur 12 Menschen. Der Grund Iiegt in erster Linie darin, dass sich Tibet und Qinghai in hochgelegenen kalten Gebieten befinden und Gansu und Xinjiang über große halbtrockene oder trockene Gebiete verfügen. Große Flächen sind Wüsten. Obwohl die durchschnittliche Ackerfläche pro Person weit über dem Landesdurchschnitt liegt, machen die alpine Topographie, die kalte Temperatur und das trockene oder halbtrockene Klima den einzigen Vorteil, nämlich den der großen Flächen, wieder teilweise zunichte. Ähnlich verhält es sich mit den Bodenschätzen. Die wenigen Ressourcen, die wirklich reichlich vorhanden sind, können aufgrund geologischer und topographischer Beschaffenheit nur mit einem großen Aufwand gewonnen werden.
Um die Naturressourcen zu schützen, rationell zu erschließen und ihren Ausnutzungsgrad zu erhöhen, müssen die traditionelle Einstellung und der Irrtum, dass die Erschließung der westlichen Gebiete einer umfangreichen Zunahme der Bevölkerung bedürfte, beseitigt werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass zur Erschließung nicht bestimmte Arbeitskräfte konzentriert werden müssen, doch die grundlegende Politik der Familienplanung muss in den westlichen Gebieten weiter durchgesetzt werden, um die Geburtenrate auf einem niedrigen Niveau zu halten.
2. Die Erhöhung der Qualität der Bevölkerung
Weil in einigen Regionen der westlichen Gebiete die Bewohner verstreut und weit voneinander entfernt sind, hat man hier das Problem der Eheschließung zwischen engen Verwandten. Die Häufigkeit von Neugeborenen mit physiologischen Defekten und von geistesschwachen Neugeborenen ist höher als anderswo; dazu kommen endemische Krankheiten mit häufiger Morbidität. Deshalb muß bei der Entwicklung der medizinischen Betreuung und Gesundheitsfürsorge sowie des Sportwesens und der Verbesserung der Konstitution der Bewohner die eugenetische Aufklärung intensiviert werden, um den Anteil der Neugeborenen mit physiologischen Defekten zu senken. Wie schon erwähnt, spielen bei der Erschließung der Westgebiete die Fachkräfte und die Bildung zentrale Rolle. Deshalb müssen die westlichen Gebiete mit großer Anstrengung das Bildungswesen entwickeln. Aus der außerschulpflichtigen Bildung soll ein Gewerbe gemacht werden, um die Allgemeinbildung der Bevölkerung zu erhöhen.
Parallel dazu werden in verschiedenen Regionen Anstrengungen unternommen, um ein Umfeld und Bedingungen zu schaffen, die Fachkräfte anziehen. Einer Politik für die bevorzugte Behandlung von Fachkräften und dem entsprechenden Mechanismus, einem demokratischen Klima und einer Atmosphäre des Respekts vor der Wissenschaft wird Priorität eingeräumt, so dass Fachkräfte bereit sind, in den westlichen Gebieten zu arbeiten.
3. Regulierung der Bevölkerungsstruktur
Die Bevölkerungsstruktur beeinflusst in gewissem Maße die Akkumulation und Struktur des Humankapitals. Das Verhältnis der Stadt- zur Landbevölkerung ist in den westlichen Gebieten mit der Ausnahme von Xinjiang geringer als im Landesdurchschnitt. Das ist ein unübersehbares Kennzeichen dafür, dass die westlichen Gebiete hinsichtlich der wirtschaftlichen, wissenschaftlichÂtechnischen sowie gesellschaftlichen Entwicklung zurückliegen.
Wird die Urbanisierung beschleunigt und werden in diesem Prozess einige große und mittelgroße Städte entwickelt, deren AusstrahlungsÂund Führungsrolle zunimmt, dann steigert sich die Allgemeinbildung der Bevölkerung in einem großen Maßstab, das Potential des Humankapitals nimmt kräftig zu.
Aus den dargelegten Gründen gibt es in den alpinen und kalten hzw. trockenen Gebieten, wo die Bedingungen alles andere als menschenfreundlich sind, nur eine kleine Bevölkerung, deren Konstitution und Bildung relativ niedrig sind. Die Menschen leben deshalb meist in Armut. Übertrifft die Bevölkerungszunahme die Belastbarkeit der Natur, soll die Regierung Menschen umsiedeln, um die regionale Bevölkerungsverteilung und -struktur zu verbessern. Dies wird die Umwelt schützen und die Bevölkerungsqualität erhöhen und ist deshalb eine vernünftige Entscheidung, die bei der Erschließung der westlichen Gebiete das örtliche Humankapital effektiv fördert und eine nachhaltige Entwicklung der Bevölkerung, der Ressourcen und der Umwelt gewährleistet. Die regionalen Regierungen machen sich alle Mühe, dies zu gewährleisten.
























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