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Mao Zedong
Am 9. September 1976 verstarb Mao Zedong in Peking.
Mao Zedong wurde 82 Jahre alt und ist bis heute eine der umstrittensten Persönlichkeiten der jüngsten Geschichte Chinas.
Von westlichen linken Jugendlichen in den späten 60 Jahren mit Kultstatus belegt, wird er dagegen von Historikern für den Tod von bis zu 70 Millionen Menschen während seiner Machtära verantwortlich gemacht.
Die Ära Mao Zedong
1893 Geboren in Shaoshan (韶山市), chinesische Provinz Hunan, als Bauernsohn
1911 Schulbesuch und erste politische Aktivitäten in Changsha
1918 Anstellung als Hilfsbibliothekar an der Peking-Universität und Kontakt zu Lǐ Dàzhāo (Mitbegründer der KPCh)
1923 Delegierter und Wahl ins Zentralkomitee
1927 Führung bewaffneter Aufstände in der Region Changsha während des sog. Herbsternte - Aufstand und Beginn der Mobilisierung der ländlichen Bevölkerung und von Bergarbeitern in der Roten Armee
1934/35 Langer Marsch - heute ein Heldenmythos der Kommunistischen Partei - Richtung Yan´an bei welchem von etwa 90.000 Soldaten nur etwa 7.000 das Ziel lebend erreichten. Auf dem Weg (mehr als 10.000 km) beschlagnahmte die Rote Armee Besitz und Waffen der lokalen Kriegsherren und Grundbesitzer und rekrutierte Kleinbauern und Mittellose für sich. Viele Teilnehmer des Marsches wurden bekannte Parteiführer (wie u.a. Liu Shaoqi, Zhu De, Lin Biao und Deng Xiaoping).
Zu dieser Periode war die Qing-Dynastie (1911) zerbrochen und China ein bitterarmes Land. Es herrschten lokale Bürgerkriege. Weit verbreitet waren Hunger, Elend und Analphabetismus vorallem unter der Landbevölkerung.
Weltkrieg und Bürgerkrieg
Während des zweiten Weltkrieges ruhte der Kampf um die Vormachtstellung zwischend den Kommunisten um Mao Zedong und den Kuomintang unter Chiang Kai-shek. China leidete unter großen Opferzahlen durch die japanische Armee. Maos Volksbefreiungsarmee kämpfte gegen die japanischen Invasoren. Nach der Niederlage Japans begann erneut der Kampf um die Vormachtstellung. Beide Armeen standen sich in einem Bürgerkrieg gegenüber, der 1949 durch Vertreibung der Kuomintang nach Taiwan endete.
Am 1. Oktober 1949 ruft Mao Tsetung, als Führer der Kommunistischen Partei, die Volksrepublik China aus. Anschließend verfolgte Mao und die politische Führung vorallem außenpolitische Ziele, wie z.B. der Angriff 1951 gegen südkoreanischen Truppenverbände durch "Volksfreiwillige" und der Einmarsch in Tibet. Für Chinas Bevölkerung begann eine Zeit des Erholung durch die Durchsetzung der Landreform und dem Aufbau der Schwerindustrie. In dieser Zeit entstand aber auch eine schwellende Unzufriedenheit, insbesondere durch einhergehende Büroratisierung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Abläufe in den Grenzen der streng überwachten Parteirichlinien schwächten den wirtschaftlichen Aufschwung. Auch die Situation der Landbevölkerung veränderte sich nicht im gleichen Maße fortschreitend im Vergleich zur Industrie.
1956/58 Hundert-Blumen-Bewegung, Mao ging davon aus, dass die chinesischen Intellekuelen durch Diskussion verschiedener Theorien weitere Ideen im sinne der Kommunisten entwickeln. Dies war so ungewöhich für die akuelle Zeitgeschichte und das Erleben , dass diese Idee mehrfach wiederholt werden musste. Dies war auch dem Umstand zuzuschreiben, dass Maos Reden in der Volkszeitung nicht abgedruck wurden. NAch gezielten Aufrufen zu kritischen Äußerung und Beschreibung von Misständen, vertrauten die Menschen und beschrieben zahlreiche Misstände. Die Landbevölkerung kritisierte die Einführung der Kollektive, die Industriearbeiter das ungerechte Lohnsystem, die Intellektuellen die Zensur und die Bürokratie durch Kaderorgane. Parteikader und Mao sahen hierin eine Untergrabung ihrer Autorität: "Lediglich das, was den Sozialismus auf seinem Weg weiterbringen und stärken würde, war erlaubt". Zu bestimmen was damit gemeint ist, ist dabei jedoch Aufgabe der Partei. Es folgte die "Anti-Rechts-Kampagne" mit Inhaftierung von Intelektuellen in Arbeitslager und verstärkter Zensur.
1958/61 Der „Große Sprung nach vorn“ - Die Idee, China zur industriellen Vormachtstellung zu bringen, löste die schwerste handgemachte Hungersnot aus, die Millionen Menschen das Leben kostete.
1964- Zündung der ersten chinesischen Atombombe
1966 - Veröffentlichung des "Kleine rote Büchlein"und Start der Kulturrevolution. Mao verstand es, die Jugendlichen, die so genannten Roten Garden (anfangs bestehend aus Kindern von Parteikadern, Hochschuldozenten, Lehrern, Höheren Beamten, Akademikern) aufzuhetzen. Sie denunzierten ihre Eltern und Lehrer und setzten sie Verletztungen und demütigenden Behandlungen aus. bis zu 7 Millionen Menschen verloren während der 10 Jahre dauernden Kulturrevolution ihr Leben. Darunter Chinas Akademiker und deren Familienangehörige. Die Roten Garden sammelten auch Besitz in Form on Schmuck, Büchern und Kunstgegenständen. Die Kulturrevolution führte auch zur organisierten Zerstörung von öffentlichen Kulturgütern, wie Tempeln und Bibliotheken. Zu den Opfern gehörte auch Deng Xiaoping, welcher jedoch überlebte und nach dem Tode Maos der führende chinesische Politiker wurde.
1971 Aufnahme Chinas in die UNO
1972 Beginn der Öffnungspolitik, Besuch des US-Präsidenten Nixon in China, Rückkehr Deng Xiaoping´s, erster Schlaganfall Maos
1976 Maos Tod und Verhaftung der sogenannten "Viererbande" beenden die Kulurrevolution und Denunziationen.
Historiker diskutieren kontrovers, ob ein China ohne Mao eine schnellere und menschlichere ökonomische Entwicklung genommen hätte. Im Wirtschafts-Boom seit den 1980er Jahren verfestigt sich der Mao - Kult erneut, vorallem unter Jugendlichen, die die Zeiten und Auswirkungen der Geschichte nicht selbst erlebten. In vielen Städten stehen Mao-Statuen und Maos Konterfei ist auf allen Geldscheinen der Volksrepublik zu sehen. Die „Kulturrevolution“ ist bis heute kaum aufgearbeitet.

























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