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Antike Sternwarte in Peking
Das alte Observatorium von Peking, auch antike Sternwarte genannt, stammt aus der Ming-Dynastie.
Südwestlich der Kreuzung beim Jianguomen-Tor (chin 建国门) befindet sich eine hohe Plattform mit astronomischen Instrumenten aus Kupfer. Es handelt sich dabei um die Überreste der bekannten antiken Sternwarte Pekings (chinesisch: 北京古观象台).
Als eines der ältesten erhaltenen Observatorien der Welt bedeckt das Alte Observatorium von Peking eine Fläche von 10000 Quadratmetern. Der Beobachtungsturm hat eine 10 Meter hohe Plattform auf dem Dach des heutigen astronomischen Museums, auf der einige bronzene Instrumente stehen. Er war Teil der Alten Stadtmauer von Peking (chinesisch: 北京).
Diese Sternwarte stammt aus der Ming-Dynastie. Doch gab es Aufzeichnungen zufolge in Peking schon der Jin-Dynastie astronomische Instrumente und eine Sternwarte. 1127, nachdem die Jin-Armee die Hauptstadt der Nördlichen Song-Dynastie (heute die Stadt Kaifeng in der Provinz Henan) erobert hatte, wurden Kulturgegenstände, Bücher, Kostbarkeiten usw., darunter auch astronomische Instrumente aus der Song-Dynastie, in die neue Hauptstadt Zhongdu (heute Peking) geschafft. Mit diesen astronomischen Instrumenten wurde dann von der Jin-Dynastie eine neue Sternwarte aufgebaut.
Noch in den ersten Jahren der auf die Jin-Dynastie folgenden Yuan-Dynastie - deren Metropole damals Peking war, Dadu genannt - wurden Himmelserscheinungen von der zur Zeit der Jin-Dynastie gegründeten Sternwarte aus mit den astronomischen Instrumenten aus der Song-Dynastie beobachtet. Erst im Frühling 1279 wurde im Südosten der Stadt Dadu, und zwar in der Nähe der bis heute erhaltenen antiken Sternwarte, das Taishiyuan (Amt für Astronomie) eingerichtet und die Sitiantai (Sternwarte) gebaut, deren Ausmaße ziemlich groß waren. Die Instrumente wurden von dem Astronomen Guo Shoujing konstruiert und hergestellt. Diese Sternwarte war mit ihren Instrumenten in der damaligen Welt führend. Nach dem Sturz der Yuan-Dynastie ließen die Herrscher der Ming-Dynastie die astronomischen Instrumente aus der Song- und der Yuan-Dynastie in ihre neue Hauptstadt Nanjing schaffen.
1406 machte Kaiser Zhu Di der Ming-Dynastie Peking wieder zur Hauptstadt. Zuerst wurden Paläste und Stadtmauern gebaut, und in der Regierungsperiode Zhengtong (1436-1449) begann man dann mit dem Bau einer neuen Sternwarte. Im 2. Regierungsjahr Zhengtong schickte das Amt für Astronomie Leute nach Nanjing, um Holzmodelle der Armillarsphäre aus der Song-Dynastie und der Armillarsphäre sowie des Gnomons aus der Yuan-Dynastie anzufertigen. Nach diesen Modellen wurden in Peking Instrumente aus Kupfer hergestellt. Einige Jahre später entstanden die Sternwarte, die Ziwei-Halle und die Guiying-Halle, in denen die astronomischen Instrumente aufgestellt wurden. In den Jahren der Regierungsperiode Jiajing wurde die Sternwarte in großem Maßstab renoviert.
Zur Ming-Zeit befanden sich auf der Plattform der Sternwarte zwei Armillarsphären und ein Himmelglobus. Damit konnten Gestirne anvisiert, Koordinaten abgelesen und der Sternhimmel verzerrungsfrei dargestellt werden. Unterhalb der Plattform befanden sich ein Gnonom und eine Wasseruhr. Gnonome sind die ältesten und einfachsten astronomischen Messinstrumente. Mit ihnen lassen sich Jahrespunkte wie z.B. Sonnenwenden und Äquinoktien bestimmen.
Im 12. Jahr der Regierungszeit Kangxi der Qing-Dynastie kamen dann nach westlichem Vorbild ein Himmelsglobus, ein Äquator-Theodolit, ein Ekliptik-Theodolit und ein Quadrant, alles aus Kupfer, hinzu. Diese neuen Instrumente kamen oben auf die Plattform, während die alten jetzt unterhalb der Plattform standen. Im 54. Jahr der Regierungsperiode Kangxi kam noch ein Altazimut hinzu. Da der Platz auf der Plattform nicht mehr ausreichte, wurde sie um 5 m ostwärts verbreitert. Im 9. Jahr der Regierungszeit Qianlong begann man eine "Ji Heng Fu Chen Yi", eine Art von Armillarsphäre im westlichen Stil, zu konstruieren, deren Herstellung zehn Jahre dauerte.
Im Jahre 1900, als die alliierten Truppen der acht Mächte in Peking eindrangen, raubten die französischen und deutschen Truppen die astronomischen Instrumente aus der Sternwarte. Einige Jahre später gab Frankreich angesichts weltweiter Proteste die geraubten Instrumente an China zurück. Die von den deutschen Truppen geraubten Instrumente wurden im Potsdamer Palast in Berlin ausgestellt. Erst im Jahre 1921, nach dem 1. Weltkrieg, wurden sie gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages an China zurückgegeben.
Am Vorabend des Widerstandskrieges gegen die japanische Aggression wurden die sieben Kupferinstrumente aus der Ming-Dynastie von den Guomindang-Behörden auf ihrer Flucht nach Süden vor den japanischen Truppen nach Nanjing gebracht. In Peking blieben nur die acht Kupferinstrumente aus der Qing-Dynastie, die bis heute in der antiken Sternwarte ausgestellt sind.

























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