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Taoismus
Neben Buddhismus und Konfuzianismus hat der Taoismus das Denken und die Kultur Chinas maßgeblich beeinflusst.
Lao Tse und Chuang Tse gelten als Hauptvertreter des so genannten „philosophischen Taoismus“, der in der westlichen Welt häufig vom „religiösen Taoismus“ unterschieden wird.
Folgender Artikel von Nico Winklmüller erklärt, warum gerade in dieser Unterscheidung die Grenzen des westlichen Denkens zutage treten.
Die französische Sinologin und Daoismus-Forscherin Isabelle Robinet findet für die im Westen allzu häufig bemühte Unterteilung in philosophischen und religiösen Taoismus folgende Erklärung: „Der Glaube an das Bestehen zweier verschiedener Strömungen erscheint uns als eine Position, die von einer im Westen vorherrschenden Unkenntnis jener Techniken herrührt, die zur mystischen Erfahrung führen, weshalb der westliche Mensch nur schwer die Beziehung zwischen dem, was ihm als nüchterne Methoden erscheint, und dem letzten Ziel dieser Methoden versteht, eine Beziehung, um dies zu wiederholen, die gewisse Adepten gelegentlich selbst vergessen, die aber von zahlreichen taoistischen Meistern in Erinnerung gerufen wird.“
Taoismus ist eine Philosophie, der man aufgrund seines spirituellen Anspruchs religiösen Charakter zuschreiben kann - nicht aber in dem Sinne, dass dabei die Existenz eines Gottes anerkannt würde.
Zudem hält sich die Ansicht, dass der religiöse Charakter des Taoismus auch durch den Wettstreit mit dem Buddhismus zustande kam: Die immer größeren und erhabeneren buddhistischen Klöster führten zu Einnahmen aus Pilgerbesuchen und inspirierten deswegen die taoistischen Mönche zum Bau ähnlich großer Tempelanlagen.
Aufgrund der Tatsache, dass sich eine Religion primär durch die Anbetung eines übernatürlichen, göttlichen Wesens auszeichnet und sich somit von einer Philosophie, definiert als Liebe zur Weisheit, unterscheidet, muss man den Taoismus als philosophische Lehre führen. Während der Konfuzianismus eine humanistische Philosophie ist, kann der Taoismus als mystische Philosophie geführt werden.
Die Ursprünge dieser mystischen Philosophie gehen vermutlich auf Huang Di, den Gelben Kaiser aus dem so genannten goldenen Zeitalter Chinas (2852 -2255 v. Chr.) zurück. Es gibt hierüber allerdings keine schriftlichen Überlieferungen, da die chinesische Schrift in dieser Zeit noch nicht existierte. Aufgrund dessen gilt Lao Tse allgemein hin als Gründer des Taoismus. Lao Tse lebte Überlieferungen zufolge zur selben Zeit wie Konfuzius. Die Lehren und Weisheiten des Lao Tse wurden von ihm selbst niedergeschrieben und später als „Dao De Jing“ (Auch: „Tao Te King“; übersetzt: „Buch vom Weg und seiner Kraft“) veröffentlicht und bekannt. Schon im Namen dieser Philosophie ist zu erkennen, dass sich im Taoismus alles um das Tao dreht. Was ist das Tao? Die rein wörtliche Übersetzung als „Weg“ ist hier mit Sicherheit unzureichend. Lao Tse beschreibt das Tao folgendermaßen:
„Es gibt ein Ding, das ist unterschiedslos vollendet, schon vor Himmel und Erde bestehend, so still, so gestaltlos. Allein steht es und ändert sich nicht. Im Kreis läuft es und hält nicht. Man kann es die Mutter der Welt nennen. Ich weiß seinen Namen nicht, aber ich benenne es Tao.“
In seinem Werk „Die chinesische Philosophie“ beschreibt der Autor Shaoping Gan das Tao auf folgende Weise:
„Tao ist nach dem Taoismus die Substanz, die alles im Kosmos hervorbringt. Nachdem das Tao alle Dinge auf der Welt erzeugt hat, existiert es innerhalb dieser Dinge und ernährt sie. Dieses den konkreten Dingen innewohnende Tao, das zugleich die vom Tao herstammenden speziellen Regeln oder speziellen Eigenschaften der Dinge darstellt, heißt Te. Te ist also die Existenz- oder Manifestationsform des Tao in den konkreten Dingen.“
Ein weiterer Wesenszug des Taoismus ist das Prinzip des Nicht-Handelns – wuwei. Das bedeutet, der Mensch soll den natürlichen Dingen ihren Lauf lassen und nicht zwanghaft, sondern spontan und natürlich handeln. Auf diese Weise können Konflikte und damit verbundenes Leid vermieden werden und somit ein effizientes Zusammenleben innerhalb einer Gesellschaft erreicht werden. Die Natur ist im Taoismus sozusagen das Vorbild für den Menschen und sein Handeln.
Allerdings gibt wuwei keinesfalls vor, den ganzen Tag nichts zu tun. Es bedeutet lediglich, spontan mit der momentanen Notwendigkeit ohne Berechnung zu agieren. Das wuwei ist das höchste Prinzip und der Kern des Taoismus.
Man kann an der aufgeführten Beschreibung erkennen, dass der Taoismus wahrlich keine Religion ist, sondern eine Philosophie, die sich an dem Gang der Natur orientiert. Der mystische Charakter wird durch das Tao und dessen Beschreibung erzeugt. Wie der Konfuzianismus auch hat der Taoismus dem chinesischen Denken seinen Stempel aufgedrückt. Hier sind vor allem die Passivität, Bescheidenheit und Zurückhaltung zu nennen, die im Denken und in der Kultur der Chinesen verankert sind.

























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