China Reisen » China Wissen > Bevölkerung > Probleme > Urbanisierung
Urbanisierung
Die Geschichte der Urbanisierung in China.
In China entstanden bereits in der Frühlings- und Herbstperiode (770-221 v. Chr.) mehrere größere Städte. In den 2000 Jahren danach entwickelten sich nicht wenige berühmte Kulturstädte im asiatischen Raum, die zu den größten Städten der Welt zählten. Jedoch war infolge der Einschränkungen durch die autarke Naturalwirtschaft in der Feudalgesellschaft von einer Urbanisierung noch keine Rede. In der Neuzeit wurde aus China durch die imperialistische Aggression ein halbkoloniales und halbfeudales Land, die städtische Entwicklung war vom Kolonialismus geprägt, die Urbanisierung ließ weiter auf sich warten. Als die Volksrepublik 1949 gegründet wurde, gab es in den Städten eine Bevölkerung von 57,65 Millionen, die 10,6% der gesamten Bevölkerung Chinas ausmachte. Etwa 90% der Bevölkerung lebte weiterhin auf dem Land. Das war der Ausgangspunkt, von dem aus sich die Urbanisierung der chinesischen Bevölkerung entwickelte, eine Urbanisierung mit eigenem Charakter.
Erstens war es ein niedriger Ausgangspunkt, und die Entwicklung war voller Windungen und Wendungen. Als 1950 der Anteil der städtischen Bevölkerung weltweit 29,2% erreichte, betrug der Anteil der städtischen Bevölkerung in China nur 11,2%. Es folgten eine dreijährige Wiederherstellung der Volkswirtschaft und die Durchführung des ersten Fünfjahresplans mit einem umfangreichen wirtschaftlichen Aufbau. Infrastruktuelle Industriezweige mit der Schwerindustrie als Schwerpunkt wurden rasch entwickelt. Infolgedessen machte die Urbanisierung rasche Fortschritte. Bis Anfang der 60er Jahre stieg der Anteil der städtischen Bevölkerung in China auf 19,8%.
Der Abstand zwischen dem Niveau der Urbanisierung der chinesischen Bevölkerung und dem Weltdurchschnitt wurde beträchtlich reduziert, das Durchschnittsniveau der Entwicklungsländer war fast erreicht.
Eine dreijährige Periode wirtschaftlicher Schwierigkeiten und die "Kulturrevolution" von 1966 bis 1976 stoppten den normalen Prozess der Urbanisierung. Angaben des Staatlichen Statistischen Amts zufolge schwankte der Anteil der städtischen Bevölkerung von 1965 bis 1978 zwischen 17,0% und 18,0%, ein niedriges Niveau. Erst 1980 erreichte es wieder 19,4%, näherte sich damit dem Stand von 1960 und setzte der Stagnation, die 20 Jahre angedauert hatte, ein Ende.
Nach den 80er Jahren wurden die Reform und Öffnung ständig vertieft und vergrößert, die Wirtschaft wuchs kontinuierlich in einem raschen Tempo, die Urbanisierung nahm beschleunigt zu. Im Jahr 2000 betrug der Anteil der städtischen Bevölkerung in China 36,0%. Die schnelle Entwicklung in den 50er Jahren, die Stagnation in den 60er und 70er Jahren und die Entwicklung im Zuge der Modernisierung des Landes seit den 80er Jahren spiegeln deutlich die Geschichte Chinas in Bezug auf die Urbanisierung wider.
Zweitens spielten mittelgroße und kleine Städte die wichtigste Rolle bei der Urbanisierung. Die Weltgeschichte der Urbanisierung ist durch eine deutliche etappenweise Entwicklung gekennzeichnet. Die erste Etappe war, dass Bewohner auf dem Land in neu entstandene Städte zogen; in der zweiten Etappe wanderten Bewohner von mittelgroßen und kleinen Städten in große Städte. Bei der Urbanisierung der chinesischen Bevölkerung legt die Regierung großen Wert auf die Entwicklung von mittelgroßen und kleinen Städten und kontrolliert die Entwicklung von großen Städten, womit der natürliche Weg der Urbanisierung von der niedrigen zur höheren Ettape nachvollzogen wird. Da China ein bevölkerungsreiches Land und die wirtschaftliche Entwicklung regional ungleichmäßig ist, ist auch die Verlagerung der Bevölkerung von kleinen zu großen Städten auch in unterschiedlichem Ausmaß vonstatten gegangen.
Vergleichen wir 1953, 1964 und 1982, so hat sich die Relation der kleinen Städte mit einer Bevölkerung von weniger als 100 000 und von 100000 bis 300000 Einwohnern gegenüber den großen Städten mit einer Bevölkerung von über einer Million stark zugunsten der großen Städte verschoben. Vergleichen wir 1964, 1982 und 1990, so verdoppelte sich die Einwohnerzahl der kleinen Städte mit einer Bevölkerung von weniger als 100 000 und 100 000 bis 300 000 Einwohnern gegenüber jener in den großen Städten mit einer Bevölkerung von über einer Million. Der Anteil der Bevölkerung in den Gemeinden blieb im Vergleich zur Bevölkerung in den Städten fast unverändert.
Nach der Einführung der Reform und Öffnung haben sich die ländlichen Unternehmen rasch entwickelt, und in den 90er Jahren wurden zahlreiche Kreise zu Städten erhoben. 1955 stieg der Anteil der Städte mit einer Bevölkerung von weniger als 200 000 Einwohnern ruckartig auf 43,0% lind der Anteil der Städte mit einer Bevölkerung von 200 OOO-bis 500 000 Einwohnern auf 30,3%, während der Anteil der Städte mit einer Bevölkerung von 500 000 his einer Million, von einer Million bis zwei Millionen und von mehr als zwei Millionen jeweils auf 8,6%, 8,0% bzw. 10,1 % zurückging. Bei der Urbanisierung spielten die kleinen Städte eine hervorstechende Rolle, das Verhältnis der Bevölkerung zwischen großen, mittelgroßen und kleinen Städten wurde von Grund auf verändert.
Drittens war die Urbanisierung regional ungleichmäßig. Im Allgemeinen war der Grad der Urbanisierung in den östlichen Gebieten, die wirtschaftlich fortschrittlicher und dichter bevölkert sind, höher als in den westlichen Gebieten, die wirtschaftlich unterentwickelter und dünner bevölkert sind. Das Niveau der Urbanisierung verläuft von West nach Ost stufenweise und weist eine deutlich unterschiedene Struktur auf. In den östlichen Gebieten gibt es mehr große oder mittelgroße Städte, während es in den westlichen Gebieten mehr kleine Städte gibt.
Tendenz der Urbanisierung
Da China nur ein niedriges Niveau der Urbanisierung aufweist, wird es aufgrund des schnellen und anhaltenden wirtschaftlichen Wachstums und der Vertiefung des Marktwirtschaftssystems in den kommenden 10 bis 20 Jahren dieses Wachstum der Urbanisierung beibehalten. Das Büro für die Systemumwandlung beim Staatsrat hielt mit acht Ministerien und Kommissionen eine Besprechung ab, wobei der Vorschlag unterbreitet wurde, bei der Aufstellung des Zehnten Fünfjahresplans (2001-2005) die Gründung von Kleinstädten vorzusehen.
Ehemalige Bauern, soweit sie einen festen Wohnsitz in einer Stadt haben, einem ständigen Beruf nachgehen und ein regelmäßiges Gehalt beziehen, können als Stadtbewohner anerkannt werden. Die Regelung, dass sie erst nach zwei Jahren als Stadtbewohner betrachtet werden, wurde abgeschafft.
Die Urbanisierung der chinesischen Bevölkerung entspricht heute ungefähr dem Weltniveau der 70er Jahre. Bis zum Jahr 2010 dürfte der Abstand zwischen China und den Entwicklungsländern und bis zum Jahr 2020 der Abstand zwischen China und dem Weltdurchschnitt ausgeglichen sein.
























Mit unserer interaktiven 
