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Acht Äußere Tempel - Waibamiao
Acht Äußere Tempel ist ein Sammelbegriff für verschiedene buddhistische Tempel aus der Kangxi- und Qianlong-Zeit der Qing-Dynastie in Chengde.
Nördlich und östlich der Sommerresidenz entstanden während der Regierungszeiten von Kangxi und Qianlong elf prächtige Tempel. Diese Tempel waren zur Erleichterung der Verwaltung in acht Gruppen eingeteilt worden. Daher der Name "Acht Äußere Tempel" (chinesisch: 外八庙, Waibamiao).
Von den ehemals elf Tempeln stehen nur noch sieben. Das Puren-Kloster und das Pushan-Kloster wurden während der Regierungszeit von Kangxi gebaut. Die während der Regierungszeit von Qianlong gebauten Klöster Puning und Pule sowie die Tempel Putuozongcheng und Xumifushou sind groß angelegt und gut erhalten. Sie stehen heute unter Denkmalschutz. In zahlreichen von Kangxi und Qianlong abgefassten Inschriften in mandschurischer, chinesischer, mongolischer und tibetischer Sprache gibt es Hinweise zu jedem Tempel und zu wichtigen politischen und historischen Ereignissen. Der Baustil der Tempel, die Bildhauereien und Malereien sind durch die vier obengenannten Nationalitäten geprägt.
Xumifushou Tempel (chinesisch: 须弥福寿之庙) - Tempel der Glückseligkeit und des Langen Lebens des Sumeru-Berges
Als Qianlong an der Macht war, kam es zweimal zu Aufständen der Dsungaren-Stämme. (Diese mongolischen Nomandenstämme lebten nördlih des Tianshan-Gebirges.) Daraufhin kommandierte 1755 die Qing-Regierung Truppen nach Xinjiang ab, um die Aufstände niederzuwerfen. Zur Feier des Sieges wurde dann im selben Jahr bei Chengde ein Lama-Kloster namens "Puning" (Allgemeiner Frieden) gebaut. Auf Anweisung des Kaisers wurde der Tempel dem Samye-Tempel, einer heiligen Stätte des Lamaismus in Tibet, nachgebaut, denn damals bekannten sich alle Nationalitäten in der Mongolei zur Gelben Kirche (der Gelugpa-Sekte des Lamaismus).
Das Puning-Kloster ist ein großes Kloster im symmetrischen Baustil der Han und der Tibeter. Das Kloster, das sich über eine 33000 qm große Fläche erstreckt, ist in einen vorderen und einen hinteren Teil untergliedert. Die Gebäude im vorderen Teil sind im Baustil der Han-Nationalität (Jialanqitang gehalten: das Eingangstor, der Grabstein-Pavillon, der Glocken-Turm, der Himmelskönig-Palast, der Mahavira-Palast, das östliche Nebenpalais und das westliche Nebenpalais. Im Grabstein-Pavillon stehen drei Steintafeln mit Inschriften von Qianlong. Auf der mittleren Tafel wird ausgeführt, welchen Sinn und Zweck das Kloster hat, während auf den beiden anderen Tafeln die Unterdrückung der zwei Aufstände der Dsungaren-Stämme beschrieben wird. Die Mahavira-Halle ist das Hauptgebäude im vorderen Teil des Puning-Klosters. Dort stehen Kasyapa, der Buddha der Vergangenheit, Schakjamuni, der Buddha der Gegenwart, und Maitreja, der Buddha der Zukunft. Zu beiden Seiten befinden sich Figuren der 18 Arhats. An der östlichen, nördlichen und westlichen Wand wird das Leben der 18 Arhats und der acht Bodhisattwas in Episoden dargestellt. All diese eindrucksvollen Figuren und Wandgemälde sind vollständig erhalten.
Der hintere Teil des Puning-Klosters, der im Baustil des Samye-Tempels in Tibet gebaute Tempel Mantuoluo, ruht auf einem 9 m hohen Sockel aus Steinplatten. Das Hauptgebäude, der Mahajana-Pavillon, ist ein Symbol für den Sumeru-Berg - das Zentrum der buddhistischen Welt. Da den kanonischen Sutren zufolge sich zu beiden Seiten des Sumeru-Berges Sonne und Mond um Buddha drehen, steht an der einen Seite dieses Pavillons eine rechteckige Sonnenhalle und an der anderen eine rechteckige Mondhalle. Rings um den Pavillon stehen vier kleine Hallen und acht weiße, dreistöckige Terrassen in verschiedenen Formen. Nach buddhistischer Überlieferung repräsentieren sie die vier großen und acht kleinen Kontinente. An jeder Ecke des Pavillons steht eine Lama-Pagode. Diese symbolisieren die vier Entwicklungsstufen von Buddha. Die südöstliche Pagode ist rot bemalt und mit Lotosblumen aus glasierten Ziegeln versehen (Lotos steht für die Geburt des Buddha); die nordöstliche, schwarz bemalte, steht für seine Erkenntnis; die nordwestliche, weiße, symbolisiert seine erste Predigt und die südwestliche, grüne, schließlich sein Nirwana. Im Südosten der Tempelanlage liegt ein rechteckiger Hof, wo die Kaiser bei ihren Besuchen Rast machten. Im Südwesten befindet sich ein weiterer Hof. Hier hörten sie Predigten von "lebenden Buddhas".
Der dreistöckige Mahajana-Pavillon ist mit seinen 37 m einer der höchsten Holzpavillons in China. In dem von Wandelgängen umgebenen Hof stehen Holzskulpturen des Bodhisattwa Awalokiteschwara und seiner Schüler Sudhana und Naga. In Wandnischen stehen 10090 Buddhafiguren, jede etwa 10 cm groß, aus Ton und mit Gold überzogen. In den Wandelgängen und im hinteren Teil des Pavillons gibt es noch acht kleine hölzerne Lama-Pagoden und fünf Amitabha-Statuen aus Holz.
Puning Tempel (chinesisch: 普宁寺) - Tempel des Universalen Friedens
Es sind Figuren aus verschiedenen buddhistischen Geschichten und Legenden. Die Awalokiteschwara-Statue ist 22 m hoch, hat einen Hüftumfang von 15 m und ein Gewicht von mehr als 120 t. Sie hat 42 Arme und unzählige Augen, weshalb sie den Namen "Awalokiteschwara mit tausend Armen und Augen" trägt. Es ist eine der größten hölzernen Buddha-Statuen der Welt. In den Händen hält sie die Sonne, den Mond, eine Stola, eine Glocke und ein Stößel. Auf ihrem Kopf steht ein 1,20 m großer Buddha Amitabha, der Lehrer von Awalokiteschwara.
Nach der Unterdrückung der Aufstände der Dsungaren-Stämme waren die nordwestlichen Grenzgebiete gesichert, und die Anführer der Kasachen und der Khalkhas in Xinjiang kamen regelmäßig nach Chengde, um Kaiser Qianlong ihre Aufwartung zu machen. Als Zeichen der Achtung des religiösen Glaubens der Nationalitäten im Nordwesten und zur Stärkung der Verwaltung der Grenzgebiete durch die Zentralmacht ließ Kaiser Qianlong 1766 das Pulesi (Kloster der Allgemeinen Freude) bauen.
Genauso wie das Puning-Kloster untergliedert sich das Pule-Kloster in zwei Teile. Als ein typisches Han-Kloster besteht es aus einem Eingangstor, einem Glockenturm, einem Trommelturm, einer Himmelskönig-Halle, einer Zongyin-Halle, einer Huili-Nebenhalle und einer Shengyin-Nebenhalle. Im hinteren Teil befindet sich eine Terrasse mit dem Hauptgebäude, Mantuoluo genannt. Hier sollen sich die Buddhas und die Heiligen versammelt haben, und so stehen hier verschiedene Statuen von Buddhas und Heiligen. Auf der viereckigen zweistöckigen Terrasse steht ein runder Pavillon, der Xuguangge (Pavillon des Morgenlichts). Der runde Pavillon und die viereckige Terrasse symbolisieren den runden Himmel und die eckige Erde. Der Pavillon ist eine Kopie der Halle der Ernteopfer im Himmelstempel in Beijing. Auf einem Steinfundament im Xuguang-Pavillon steht ein aus 37 Holzstücken gefertigtes Modell des Mantuoluo-Gebäudes. Die 37 Holzstücke symbolisieren die 37 Wissensgebiete von Schakjamuni. Die künstlerisch wertvolle vergoldete, gewölbeartige Holzdecke ist fein geschnitzt und mit Drachen und Phönixen versehen.
Pule Tempel (chinesisch: 普乐寺) - Tempel der Universalen Freude
Der Tempel Putuozongcheng wurde 1771 zur Feier des 60. Geburtstags des Kaiser Qianlong und des 80. Geburtstags seiner Mutter gebaut. Zu dieser Zeit war der Volksstamm-Torgut der Oirat-Mongolen, der Ende der Ming-Dynastie ins Einzugsgebiet der Wolga übergesiedelt war, wieder auf chinesisches Territorium zurückgekehrt. Qianlong empfing im Putuozongcheng-Tempel Wobaxi, den Anführer des Stammes.
Der imponierende Putuozongcheng-Tempel ist dem Potala in Tibet sehr ähnlich. Er erstreckt sich über eine Fläche von 220000 qm, und ein 43 m hohes Hauptgebäude, die inzwischen niedergebrannte dreistöckige Rote Halle, war eine Kopie der Roten Halle des Potala-Palastes. In der Mitte der Frontseite der Roten Halle gab es von oben nach unten sechs gelb beziehungsweise grün glasierte Buddha-Nischen, die den 60. Geburtstag von Qianlong symbolisierten.
Im Putuozongcheng-Tempel gibt es einige weiße Terrassen, hölzerne Buddha-Hallen, Glockentürme, Stupas und Wohnhäuser für Mönche.
Der Tempel enthält auch einige Bauten im Han-Stil, z.B. Bogentore, Grabstein-Pavillons und Ehrenpforten. Zur Feier des 70. Geburtstags von Kaiser Qianlong im Jahre 1780 kam der VI. Panchen Erdeni, einer der beiden damaligen religiösen und politischen Führer von Tibet, nach Chengde, um seine Glückwünsche zu überbringen. Qianlong ließ für ihn den Xumifushou-Tempel bauen, eine Nachbildung des Tempels Tashilhunpo (tibetisch: Glücksberg) in Tibet. Der Tempel sollte dem Panchen Erdeni zur Unterkunft und Meditation dienen. Der Bau dieses Tempels war für die Festigung der Beziehungen zwischen dem Kaiserhof und Tibet und für die Erhaltung und Festigung der Einheit des Vielvölkerstaates von großer Bedeutung.
Putuo Zongcheng Tempel (chinesisch: 普陀宗乘之庙) - Tempel der Potaraka-Doktrin
Der Tempel liegt an einem schwach ansteigenden Berghang. Den Hauptteil des Tempels bildet ein rechteckig angelegter Gebäudekomplex auf einer roten Terrasse, in dem sich die von der höchsten Gruppe von Bauten umgebene Miaogaozhuangyan-Halle befindet, wo Panchen Erdeni predigte, und die das Zentrum dieses Tempels darstellt. Das Dach besteht aus vergoldeten Kupferziegeln. Auf jedem der vier welligen Dachgrate liegen zwei vergoldete Drachen, die Körper in Bewegung und die Schwänze erhoben. Sie scheinen jeden Augenblick zum Himmel fliegen zu wollen. In der Halle sind tausend Buddha-Nischen und Wandgemälde mit religiösen Motiven zu sehen.
In einem Haus östlich der roten Terrasse steht ein Kaiser-Thron, wo Kaiser Qianlong Rast machte. Von hier aus vernahm Qianlong die Predigten des Panchen Erdeni, und nordwestlich der roten Terrasse steht eine Halle namens Jixiangfaxi mit einem Dach aus goldüberzogenen Kupferziegeln. Dies war die Wohnstätte des Panchen Erdeni.
Ferner gibt es außerhalb der Sommerresidenz noch den Anyuan-Tempel und das Shuxiang-Kloster.
Geboren aus dem Wunsch der Qing-Kaiser nach Festigung des Bündnisses der verschiedenen Nationalitäten, beeindrucken die Acht Äußeren Tempel gerade durch die Verbindung des Han-Stils mit den Kunststilen der anderen Nationalitäten insbesondere der tibetischen.
Übersicht der einzelnen Tempel im Sommerpalast in Chengde
Luohan tang (chinesisch: 罗汉堂) (Hauptteil bereits zerstört)
Guang'an si (chinesisch: 广安寺) (Hauptteil bereits zerstört)
Shuxiang si (chinesisch: 殊象寺)
Putuo zongcheng zhi miao (chinesisch: 普陀宗乘之庙)
Xumi fushou zhi miao (chinesisch: 须弥福寿之庙)
Puning si (chinesisch: 普宁寺)
Puyou si (chinesisch: 普佑寺) (Hauptteil bereits zerstört)
Guangyuan si (chinesisch: 广缘寺)
Anyuan miao (chinesisch: 安远庙)
Pule si (chinesisch: 普乐寺)
Puren si (chinesisch: 溥仁寺)
Pushan si (chinesisch: 溥善寺) (bereits zerstört)
Die Acht Äußeren Tempel (chinesisch: 外八庙) stehen zusammen mit dem Sommerpalast (chinesisch: 避暑山庄) in Chengde (chinesisch: 承德) auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.





























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